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Deutschland – Mein Zuhause

Grau in grau breitet sich der Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe vor mir aus. Im Gleisbett tanzen ein paar Herbstblätter. Um dem Betonmonster ein wenig Farbe zu verleihen, geben sie ihr Bestes. Acht Minuten hat mein Zug Verspätung. Es ist kalt. Doch ich rücke meinen Cowboyhut zurecht und tippe geduldig von einem Bein auf das andere. Da knarzt es von hinten: „Sind sie von hiaaa?“. Ich ahne nichts schlimmes, drehe mich um. Wie konnte es anders sein, in meinem Deutschland? Die freundliche Begrüßung entfleuchte natürlich einem Polizisten. „Kann ich mal ihren Ausweis sehen?“, setzt er jetzt nach. Prima!, denke ich kopfschüttelnd, Ein richtiger Held der Arbeit!. Ohne zu zögern strecke ich mein Kärtchen. „K wie Kette, N wie Nordpol, A wie…“ stottert er nun meinen Namen in sein Walky Talky. Dann macht er eine Pause. „Aha. Liegt nichts vor. Na gut.“ Enttäuscht wünscht er mir noch einen „Schönen Tag!“ und dreht ab. Was hat ihn nur gestört?, frage ich mich. An einer Betonwand verspricht eine Hausordnung der Deutschen Bahn Aufklärung: Nicht gestattet ist es auf dem Bahnhof zu sitzen oder zu liegen, mit einem Ball zu spielen, Vögel zu füttern, auf einem Skateboard zu fahren, zu singen oder zu musizieren, einen Luftballon mit sich zu führen, Gratiszettel zu verteilen oder Unterschriften zu sammeln. Treppen hat man rechts hinaufzusteigen. Und, und, und. Die Liste ist lang, doch ich gehe sie ganz durch. Von einem mexikanischen Cowboyhut stand nichts drauf. Auch nichts ähnliches „Verdächtiges“. Zumindes noch nicht – nur eins hatte der Ordnungshüter bereits erreicht: ich fühlte mich wieder ganz zu hause.

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Kuba – El ultimo destino


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Tequila – Im Dunst der blauen Agave


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Guadalajara


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